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Die römisch-katholische Pfarrkirche von Lungern


Unsere Pfarrkirche steht nicht rein zufällig an dieser erhöhten Stelle!

Kirche LungernDer Schrecken sass tief, nachdem unsere Pfarrkirche bei einem heftigen Gewitter am St. Magdalena-Tag (22. Juli) 1887 durch den über die Ufer getretenen Eibach mit Steinen und Geröll fast bis zu den Fenstern eingedeckt wurde. Von der alten, barocken Kirche ist nur noch der Turm aus dem 14. Jahrhundert am nördlichen Dorfeingang erhalten. Die neue Kirche sollte deshalb einen sichern und vor Überschwemmungen geschützten Standort erhalten.

Die Kirche ist ein Werk von Architekt Wilhelm Josef Tugginer aus dem Elsass. Sie ist im neugotischen Stil kathedralenartig erbaut. Dieser Stil wurde Ende des 19. Jahrhunderts häufig angewandt. Sie weist in ihrem Aufbau Ähnlichkeiten mit der bekannten Mutter-Gottes-Basilika in Lourdes (F) auf.

Die Bauausführung erfolgte in den Jahren 1891/93. Die neue Kirche wurde an Allerheiligen im Jahre 1893 von Bischof Johannes Fidelis Battaglia, von Chur zu Ehren des heiligen Herz-Jesu sowie der heiligen Katharina und des heiligen Beat eingeweiht. Die heilige Katharina war bereits Patronin in der alten Kirche. Die Kirche ist dreischiffig strukturiert, mit dem grossen Mittelschiff und den beiden kleineren Seitenschiffen, die durch markante Sandsteinsäulen abgegrenzt sind, sowie dem Querschiff und dem Chor.

Die farbige Ausgestaltung der Kirche stammt aus dem Jahre 1930/33 von Kunstmaler Albin Schweri, Bern 1885 – 1946. Wir haben im Chor in der Mitte die Darstellung des heiligen Herz-Jesu, dem die Kirche geweiht ist, daneben die heilige Katharina mit dem Rad und den heiligen Beatus mit dem Drachen. Mit dem Letzteren ist Lungern von alters her verbunden. Im Querschiff sind der heilige Karl Boromäus und die heilige Theresia vom Kinde Jesu dargestellt. Durch die Bemalung wurde die Kirche bedeutend dunkler, was dem alten gotischen Stil entspricht.

Die Existenzberechtigung des neugotischen Stils wurde in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts je länger je mehr in Frage gestellt. Eine durch den Lungerer Bildhauer Beat Gasser 1892 – 1967 geschaffene Kreuzigungsgruppe ersetzt seit 1949 den ursprünglichen, neugotischen Hochaltar. Die Seitenaltäre sind ebenfalls Werke von Beat Gasser und stellen auf der rechten Seite unsern Landesheiligen Bruder Klaus von Flüe und auf der linken Seite die Heilige Familie dar. Die Orgel ist ein Werk von Orgelbauer Kuhn, in Männedorf.

Die ursprüngliche Innenausstattung, wovon heute nur noch die Kanzel, die Beichtstühle und die Kreuzwegstationen erhalten sind, ist das Werk von Theodor Schnell aus Ravensburg (Deutschland). Beachtenswert ist die Kanzel an der ursprünglich die Figuren der vier Evangelisten angebracht waren. Diese konnten nur zum Teil wieder beigebracht werden. Die jetzigen angebrachten Heiligenfiguren stammen zum Teil vom alten Hochaltar. Die Beichthäuschen beidseits der Haupteingans weisen Fronten der ehemaligen Beichtstühle auf. Die Kreuzwegstationen, in Eichenholz geschnitzt und bemalt stammen noch aus der Bauzeit Ende des 19. Jahrhunderts.

 
 


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