Das Lungerer Pfarrhaus
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Gleichzeitig mit der Herz-Jesu-Pfarrkirche auf dem Sattel ist in den Jahren 1892/93 auch das Pfarrhaus errichtet worden. Während damals um die Wende des 19./20. Jahrhunderts vielerorts Kirche und Pfarrhaus als stilistische Einheit verwirklicht wurden, zeigt sich das Pfarrhaus am Fusse des Kirchenhügels als Blockbau in der Tradition des Schweizerhausstiles ohne architektonischen oder räumlichen Bezug zur neugotischen Kirche und ihrer auf die Achse der Dorfstrasse ausgerichteten Kaskadentreppe. Dies ist um so erstaunlicher, da die Pläne für die beiden Bauobjekte vom gleichen Architekten Wilhelm J. von Tugginer, der in Strassburg und Mülhausen lebte, geschaffen worden sind. Auch das Schulhaus Kamp an der Brünigstrasse ist ein Werk nach seiner Planung. Während Jahrzehnten sind am Haus nur geringfügige Renovationen vorgenommen worden, so etwa sanitäre und elektrische Installationen, Einbau einer Zentralheizung und Erneuerung der Küche. Anfangs der 1950er Jahre wurden durch einen grauen Aussenanstrich die ursprünglich gelbe Bemalung und die an den Nord-, Süd- und Westfassade angebrachte Inschriften überdeckt. Um das Haus als schützenswertes Objekt der Gemeinde zu erhalten, drängte sich 1987/88 eine Gesamtrestaurierung auf. Unter der Leitung des Architekten Arnold Gasser und unter Mitwirkung der Denkmalpflege wurde aussen die ursprünglich gelbe Farbe, die gemäss Entwürfen und an Schindeln unter den Lauben genau eruiert werden konnte, wieder hergestellt. Die Inschriften, die in dunkelbraunen Lettern religiöse Sinnsprüche wiedergeben, konnten nachbehandelt werden. So zeigt sich das Pfarrhaus wieder in der reizvollen Farbigkeit wie vor hundert Jahren. Im Innern sind keine wesentlichen baulichen Veränderungen vorgenommen worden. Im Parterre befindet sich ein Konferenzzimmer, verbunden mit Garderobe und Toilette. Im ersten Stock präsentiert sich die grosse Stube als Empfangs- und Sprechzimmer, ausgestattet mit Buffet und Kommode im Biedermeierstil. 1996/97 wurde ein Pfarreisekretariat eingerichtet und das frühere Esszimmer sowie das Büro des Pfarreivorstehers neu möbeliert. Der unterirdisch unter dem Pfarrhaus neu erstellte Kulturgüterschutzraum dient der Unterbringung und dem Schutz der Lungerer Kulturgüter und ist zugleich auch Archivraum für die Einwohner- und Kirchgemeinde, für die Teilsame Obsee und Dorf und für das Pfarramt. Fünf separat geschaffene Vitrinen präsentieren interessierten Besuchern wertvolle Kulturgüter.
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