Die Kapellen von LungernNebst den regelmässig besuchten Kapellen in den drei Dorfteilen "Dorf, Obsee und Bürglen" verfügt Lungern noch über weitere Kapellen auf den Alpen mit ihren eigenen Geschichten: Kapelle Breitenfeld Nachdem den Älplern von der Alp Breitenfeld viel Vieh wegen Krankheiten gestorben war, wurde die Kapelle Breitenfeld erbaut. Im Jahr 1992 ist die Kappelle innen und aussen komplett renoviert worden und ist immer noch ein begehrter Ort der Begegnung für Einheimische und Touristen. Kapelle Krummelbach Im Jahr 1749 wurde die Kapelle von Ratsherr Johann Josef Ming erbaut, der auch der Stifter der Kapelle ist. Die Kapelle gehört bis heute der Familie Ming in Lungern. Im Jahre 1987 ist die Kapelle innen und aussen komplett renoviert worden und stellt ein sehr schönes Schmuckstück im kleinen Melchtal dar. Kapelle Burg Im Jahr 1536 wurde etwas oberhalb des heutigen Standorts eine Kapelle erbaut. In Folge des Bahnbaues der Brünigbahn müsste die Kapelle abgerissen werden. Im Jahr 1886 wurde eine neue Kapelle am heutigen Standort gebaut. . .
Die Dorfkapelle, zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut, wurde beim Dorfbrand in der Nacht vom 10. auf den 11. März 1739 ein Raub der Flammen. Nur das Mauerwerk blieb intakt. Mit finanzieller Hilfe der Regierung und der Gemeinden konnte das Gotteshaus im gleichen Jahr wieder hergestellt werden. Der Bau besitzt einen hohen schmalen Raum mit polygonalem Chorende. Originell ist die Gestaltung des Turmhelmes aus dem Jahre 1739 mit dem tiefgezogenen Schutzdache unterhalb der eingeschnürten Haube. Der terrainbedingten, hochgezogenen Fassade ist in der ganzen Breite ein eigenwilliges Vorzeichen mit steil ansteigendem Dache vorgelagert. Das gerundete Portal mit der intarsiengeschmückten Türe aus Nussbaumholz führt ins Innere. Chor und Schiff sind nicht getrennt. An der leicht gewölbten Gipsdecke befinden sich figürliche Malereien: Das Bild in der Mitte zeigt Maria Verkündigung. Seitlich sind in vier Medaillons die Könige David und Salomon und die Propheten Isaias und Aggäus dargestellt. Die Deckenbilder werden Martin Obersteg aus Stans zugeschrieben. Durch die Renovation von 1966/67 erfuhr die Anordnung der Bilder und Statuen im Innern der Kapelle verschiedene Änderungen. Den Altar zieren drei spätgotische Statuen von hervorragender Qualität: Die Madonna mit Kind und die Jungfrauen und Märtyrerinnen Margareta und Barbara, die beide zu den 14 Nothelfern gehören. Im oberen Teil des Altares ist das Bild des hl. Erasmus (Patron der Drechsler und Schiffbauer) und dessen Martyrium dargestellt. 1751 gemalt von Meister Martin Obersteg. Der Tabernakel, ursprünglich aus dem Bündnerland stammend, ist erst bei der Renovation hinzugekommen. Zwei frühbarocke Leuchtengel flankieren den Altar. Neben dem Eingang zur Sakristei hängt ein Porträt der wunderbaren Madonna von Re (zwischen Locarno und Domodossola) mit der Inschrift: Im Schosse der Mutter sitzt die Weisheit des Vaters. An der rechten Seitenwand des Schiffes hängt das Bild Maria zum Siege. Es ist nach dem Dorfbrand 1739 von Martin Obersteg als Hauptaltarbild gemalt worden. 1853 wurde es durch ein Deschwandenbild ersetzt. Auf der linken Seite befindet sich eine Darstellung des hl. Bruderklaus mit dem Stifterwappen Halter und Imfeld und der Inschrift: «Jakob Halter der Zeidt Kapellenvogt 1694 und Frau Margareta Im feldt». Unter der Empore ist die Statue des hl. Joseph zu sehen, die vor der Renovation 1966 zum Altarschmuck gehörte. Die Kapelle wäre anfangs der 1960er Jahre beinahe dem Moloch Verkehr zum Opfer gefallen. Brünigstrasse und Trottoir waren bei der Korrektion durch das Dorf so gezogen worden, dass die Dorfkapelle deutlich als Verkehrshindernis dastand. Ein Kompromiss hat in diesem heftigen Streit den Abbruch verhindert. Jeder sieht heute, dass der hässliche Eingriff an der Chorseite der Kapelle dem Verkehr «zulieb» gemacht werden musste. Die Kapelle St. Beat in Obsee Als nach der Reformation die Beatushöhle am Thunersee für die katholischen Wallfahrer von Unterwalden nicht mehr zugänglich war, wurde hier in der obersten Obwaldner Talgemeinde im Jahre 1567 ein Heiligtum zu Ehren des hl. Beat errichtet. Damit sollte die beliebte Wallfahrt weiterhin sichergestellt werden. Aufgrund archäologischer Untersuchungen weiss man heute, dass dieser fast quadratische Ursprungsbau mit 4,5 auf 4,25 m Innenmass dort stand, wo sich das heutige Chor befindet. Die erste Erweiterung erfuhr die Kapelle 1599 durch den Anbau eines Schiffes an den Ursprungsbau. Nach dem Brand von 1708 erfolgte eine Aufstockung von Schiff und Chor. In neuerer Zeit wurden verschiedene Teilrenovationen vorgenommen, welche vor allem die Innenausstattung betrafen. 1992/94 fand unter der Aufsicht der eidg. Denkmalpflege und unter Leitung von Architekt Klaus Beat Gasser, Emmenbrücke, eine Innen- und Aussenrenovation statt. Das äussere Kleid der Kapelle mit dem roten Dachreiter, einer Bedachung aus alten Handziegeln und den weissgekalkten Fassadenflächen, vermittelt einen wohltuenden Eindruck. Im Innern wurden recht grosse Veränderungen vorgenommen. So wurde die bestehende Holzdecke entfernt und die alte Gipsdecke wieder rekonstruiert. Das Altarbild im barocken Hochaltar aus dem frühen 18. Jahrhundert stellt den hl. Beat mit dem Drachen dar. Seitlich davon stehen die Statuen Maria mit dem Kinde und Bischof Nikolaus von Myra. Im Obblatt ist die Trinität dargestellt. Maler und Bildhauer sind nicht bekannt. Das Antipendium mit der Darstellung Maria Verkündigung und Maria Heimsuchung trägt die Inschrift der Stifter: «Herr Johann Joseph Amgarten des Rahts. Herr Capellenvodt Jacob Amgarten, 1716». Der stilgerechte Tabernakel konnte 1994 durch das Restaurierungsatelier Stöckli, Stans, vermittelt werden. An der Chorwand stehen rechts und links die farbig gefassten Figuren St. Mauritius und St. Michael. Über der Sakristeitüre ist das Bildnis von der Geburt des hl. Beat angebracht, flankiert von zwei Schleiflackengeln aus der alten Pfarrkirche. Die bei einer Teilrenovation in den 1950er Jahren entfernten und leider nicht auffindbaren Seitenaltäre, konnten durch zwei aus einer Kirchenrenovation von Hergiswil b. Willisau stammenden Altären ersetzt werden. Die alten wertvollen Statuen, die vorher zur Kapelle gehörten, fanden wieder einen geeigneten Platz. Die Kirchenpatrone der alten Pfarrkirche bilden die Hauptfiguren in den beiden Altären. Die spätgotische Statue auf dem linken Altar stellt Johannes den Täufer dar. Oben stehen die kleinen barocken Statuen der heiligen Barbara und Margarita. An der Seitenwand daneben hängt ein kleines Visionsbild von Bruderklaus. Der rechte Altar zeigt den hl. Gallus (spätgotisch) und die Heiligen Nikolaus von Myra und Beat. An der Seitenwand daneben ist das Bild Maria Verkündigung zu sehen. Die Statuen an den Seitenwänden des Schiffes stellen die grossen Jesuitenheiligen Ignatius von Loyola und Franz Xaver dar. Sie stammen aus der alten Pfarrkirche und befanden sich über lange Zeit als Leihgabe in der Dorfkapelle Sarnen. Das grosse Bild an der linken Schiffswand zeigt St. Beat als Prediger. Es trägt die Signatur F. Joseph Wyss, pinxit 1809 und die Inschrift: «Der Hl. Beat verkündet den heidnischen Voreltern die christliche Religion». Unter der Empore befindet sich rechts ein Bildnis des hl. Aloisius von Gonzaga. An der Rückwand ist Antonius von Padua dargestellt. Bemerkenswert sind die alten Votivtafeln. Sie sind als Äusserungen und Zeugnisse der Volksfrömmigkeit zu betrachten. Die Kapelle des Hl. Antonius von Padua und des Hl. Wendelin zu Bürglen Unter Berücksichtigung verschiedener Aufzeichnungen dürfen wir heute annehmen, dass in Bürglen bereits 1680 die ersten Bestrebungen zum Bau einer eigenen Kapelle gemacht wurden und dass im genannten Jahr 1686 die Kapelle hätte eingeweiht werden können. Der weite und beschwerliche Weg für den Bischof von Constanz war damals wohl der Grund, dass die Bürgler bis zum 30. Juni 1723, also 37 Jahre, auf die Einweihung warten mussten. Protokolle und Bauverträge des Jahres 1828 geben uns Auskunft über die Erneuerung und Vergrösserung der Kapelle zu Bürglen von 1828 – 1832. Gemäss Kirchenprotokoll vom 11. November 1833 haben Josef und Ignaz Ming und Anwohner dafür gesorgt , dass ein Seitenaltar und Kanzel angebracht wurden. Ebenfalls zu Beginn des Jahres 1834 stiftete Säckelmeister Beat Jgnaz Jmfeld im Lehn den dritten Altar zu St. Anton, Wendelin und Niklaus. Am 16. Oktober 1844 war es der Bischof von Chur, Kaspar Carl ab Hohenbalken, der die neue Kapelle mit den Seitenaltären weihte. Auch bei dieser Erneuerung mussten sich die Bürgler 12 Jahre gedulden, bis Ihre Kapelle den Segen des Bischofs erhielt. 1881 wurde dem Altarbauer Bürli von Klingnau ein Auftrag für verschiedene Vergoldungen der Altäre sowie Maler- und Gipserarbeiten vergeben. Aus Sicherheitsgründen musste der zweigeschossige Glockenturm von 1899 – 1948 durch eine Zweckkonstruktion ersetzt werden. Im Rahmen der Renovation 1976/77 wurde der Kapelle jedoch wieder ein stilgerechter Turm zurückgegeben. Bei dieser Renovation wurde unter fachmännischer Leitung von Architekt Josef und Gabriel Wey aus Sursee und unter Aufsicht der Innerschweizer Denkmalpflege die Kapelle umfangreich renoviert. Die Renovationskosten von Fr. 704'246 wurden von vielen privaten Spendern aus der engeren und weiteren Heimat bereitgestellt. Wenn die Kapelle über Jahrhunderte sehr bescheiden in der schönen Landschaft von Bürglen gestanden hat, so erhielt sie gerade mit dieser letzten Renovation ein stilgerechtes Äusseres und eine merkliche innere Bereicherung durch sakrale Kunstwerke. Insbesondere der restaurierte Tabernakel aus der alten Kirche zu Lungern, welcher nach Weiheurkunde aus dem Jahr 1623 stammt, darf heute als besonders Schmuckstück der Kapelle Bürglen bezeichnet werden. Auch die Pietà, der Kreuzweg und verschiedene neurestaurierte Heiligen-Figuren aus dem 16. – 18. Jahrhundert geben unserem Gotteshaus heute ein künstlerisch würdiges Inneres.
|